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Aktuelle Berichte

Autor: Jessica Welz
Artikel vom 02.05.2017

Ärztliche Versorgung im Ländlichen Raum

Gut besucht war die Veranstaltung „Ärztliche Versorgung im Ländlichen Raum“ zu der die LEADER Geschäftsstelle in Kooperation mit dem Hartmannbund (Verbund der Ärzte Deutschlands) in die Murrhardter Festhalle eingeladen hatte. 

Armin Mößner, Bürgermeister der Stadt Murrhardt und der stellvertretende Vorsitzende der LEADER Aktionsgruppe Schwäbischer Wald Bürgermeister Jochen König aus Eschach berichteten bereits im Rahmen ihrer Begrüßung aus eigener Erfahrung über den steinigen Weg der Praxisnachfolge – denn diese ist längst nicht mehr nur eine Herausforderung für die Ärzte, sondern auch für Kommunen. Einige Gemeinden sind bereits unterversorgt, dabei sei es gerade in Zeiten des demografischen Wandels wichtig, einen Arzt in erreichbarer Nähe zu haben. 

Die Vertreter des Hartmannbundes Baden-Württemberg Klaus Rinkel (Neurologe und Psychiater) sowie Dr. Peter Napiwotzky (Internist), referierten über die Herausforderung guter ärztlicher Versorgung für die Ärzteschaft und die Gesellschaft und berichteten über die Realität der hausärztlichen Versorgung und ihre Entwicklungschancen.

Die Situation ist bekannt: Der demografische Wandel geht einher mit einem höheren medizinischen, pflegerischen und sozialen Aufwand, was zu einem zunehmenden Bedarf an Fachkräften im Gesundheitssektor führt. Gleichzeitig sind bundesweit ein Drittel der Allgemeinmediziner über 60 alt und gehen bald in den Ruhestand. Bereits 2030 sollen im Bundesgebiet 165.000 Ärzte fehlen. Hierbei ist die Lage insbesondere in ländlichen Regionen gravierend, da hier viel mehr Patienten auf einen Arzt entfallen als in den großen Städten.

Um daran etwas ändern zu können müssen mehrere Beteiligte an einem Strang ziehen: bisherige Praxisinhaber, Kommunen, Landkreise, Land, Bundespolitik, Krankenkassen, Kassenärztliche Vereinigungen und Ärztekammern. Für den medizinischen Nachwuchs müssen bessere Bedingungen geschaffen werden. Möglichkeiten bieten hier Anreizsysteme wie Garantiesummen und Investitionsförderungen.

Zwar sinkt die Anzahl der Einzelpraxen, Entwicklungschancen bieten sich aber zunehmend im Zusammenschluss. Ärztehäuser, Praxisgemeinschaften, Mehrversorgungszentren, auch auf kommunaler Ebene, nehmen bereits stark zu und werden der Weg der Zukunft sein. Vernetzung und einfache Vertretungsstrukturen werden eine immer größere Rolle spielen.  Auch das Anstellungsverhältnis wird im ambulanten Bereich zunehmend attraktiver, gerade für junge Ärzte -  ein geringeres wirtschaftliches Risiko, mehr Flexibilität, flexible Arbeitszeitmodelle. Zudem ist Deutschland für ausländische Ärzte attraktiv.

Herr Dr. Krubasik, Hausarzt aus Eschach, betonte insbesondere den Mangel an Medizinstudienplätzen, denn im Vergleich zu früher gibt es weniger Studienplätze bei gleichzeitig höherem Ärztebedarf. Auf erheiternde Weise berichtete er aus seinem Leben als Hausarzt in Eschach und seinen Weg dorthin. Nun ist die Praxisnachfolge in Eschach seit fast 4 Jahren Thema und inzwischen sind die Beteiligten guter Hoffnung letztendlich doch einen geeigneten Kandidaten gefunden zu haben. 

In der LEADER Kulisse Schwäbischer Wald sind  Kommunen und Landkreise bereits aktiv an der Ärztesuche beteiligt, auch Anreizsysteme gibt es bereits. Die Vertreter des Hartmannbundes lobten das Engagement in der Region, sie hatten bereits in Kommunen referiert, wo dieses Bewusstsein noch nicht vorhanden - und ein Handeln nicht selbstverständlich ist. 

Im Anschluss entstand eine rege Diskussion der anwesenden Akteure, die auch neue Anregungen für die LEADER Region Schwäbischer Wald bot. Die LEADER Geschäftsstelle blickt erfreut auf einen informativen und aufschlussreichen Abend zurück.