Sie verwendeten einen veralteten Browser. Bitte führen Sie für ein besseres Surf-Erlebnis ein Upgrade aus.
JavaScript scheint momentan in Ihren Browsereinstellungen deaktiviert zu sein.
Bitte nehmen Sie eine Änderung dieser Einstellung vor und laden Sie die Webseite neu, um deren volle Funktionalität zu ermöglichen.

Förderprogramm der Europäischen Union

LEADER ist ein Förderprogramm der Europäischen Union (ELER) und des Landes Baden-Württemberg zur Stärkung und Weiterentwicklung ländlicher Räume. 

LEADER steht für die französische Abkürzung von „Liaison Entre Actions de Développement de l'Économie Rurale“ (Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft). Gerade der ländliche Raum zeichnet sich durch eine hohe Lebensqualität und Wirtschaftskraft aus. Damit dieser auch zukünftig attraktiv und stark bleibt, bedarf es gezielter Entwicklungsstrategien unter Einbindung der Bürgerinnen und Bürger vor Ort, die die lokalen und regionalen Bedürfnisse in den Blick nehmen. Die Menschen vor Ort kennen ihre Region und deren Potenzial am besten. Und so entscheiden sie auch in ihrer örtlichen LEADER-Aktionsgruppe über die Projekte.

Im Mittelpunkt der LEADER-Förderung stehen insbesondere Vorhaben, die die Innovations- und Wirtschaftskraft in den Regionen, die interkommunale Zusammenarbeit und den Tourismus stärken. Darüber hinaus sollen Antworten auf drängende Herausforderungen, wie den Demografischen Wandel, Klimawandel oder Ressourcenschutz entwickelt und erprobt werden. LEADER ist nur in festgelegten Programmgebieten möglich.

Die 7 wesentliche LEAEDER Merkmale:

1. Bottom-up-Ansatz: Die Menschen vor Ort sind die Entwicklungs-Experten

LEADER geht davon aus, dass die Menschen vor Ort am besten wissen, wie sie die Entwicklung ihres Gebiets fördern können. Die lokalen Akteure werden an der Entscheidungsfindung hinsichtlich der Strategie und bei der Auswahl der Schwerpunkte, die in ihrer Region verfolgt werden sollen, beteiligt. Die Einbeziehung der lokalen Akteure umfasst die Bevölkerung in ihrer Gesamtheit, Interessengruppen aus dem wirtschaftlichen und sozialen Bereich sowie repräsentative öffentliche und private Einrichtungen.

2. Territorialer Ansatz: Eine definierte, zusammenhängende Region

LEADER funktioniert am besten in kleinen, homogenen, sozial in sich geschlossenen Gebieten, die durch gemeinsame Traditionen, eine lokale Identität, ein Zugehörigkeitsgefühl oder gemeinsame Bedürfnisse und Erwartungen gekennzeichnet sind. Ein solches Gebiet als Bezugsgebiet zu haben, erleichtert das Erkennen lokaler Stärken und Schwächen, Risiken und Chancen, endogenen Potentials und die Feststellung der größeren Hemmnisse für eine nachhaltige Entwicklung. Die Grenzen eines LEADER-Gebiets müssen geographisch klar definiert sein und nicht zwingend so verlaufen, wie die Grenzen des jeweiligen Verwaltungsgebiets (sie sollten eher funktional sein).

3. Regionale Partnerschaften: Öffentliche und private Organisationen gemeinsam

Öffentliche und private Organisationen bilden eine regionale Partnerschaft, die sogenannte Lokale Aktionsgruppe (LAG). Die bestehenden lokalen Interessengruppen aus den verschiedenen sozioökonomischen Bereichen des Gebiets sollen dabei ausgewogen repräsentiert sein. Auf Entscheidungsebene müssen die privaten Partner und Organisationen der lokalen Partnerschaft zu mindestens 50 % vertreten sein. Bei der Rechtsform der Leader Aktionsgruppe handelt es sich meist um einen eingetragenen Verein.

4. Multisektorale Integration: Alle Themen einer Region an einem Tisch

LEADER beschränkt sich nicht auf einzelne Sektoren wie Wirtschaft, Soziales oder Landwirtschaft. Im Fokus steht der gesamte ländliche Raum einer Region und damit auch alle Themen der Region, die ja oft in engem kausalen Zusammenhang stehen. Eine Lokale Aktionsgruppe muss in der Lage sein, die verschiedenen Interessen und Interessengruppen konstruktiv unter einen Hut zu bringen. Dies erweist sich oft als ein vielversprechender Ausgangspunkt für Innovationen.

5. Netzwerkbildung: Ähnliche Interessen zusammenbringen

Eine Lokale Aktionsgruppe ist an sich schon ein Netzwerk, dennoch soll sie auch mit anderen Organisationen im Bereich der Entwicklung des ländlichen Raums innerhalb der Region (z.B. dem Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald), in der Nachbarschaft, in Deutschland, in Europa und in der Welt zusammenarbeiten. Netzwerke schaffen Verbindungen zwischen Menschen, Projekten und ländlichen Gebieten und haben schon oft dabei geholfen, bewährte Verfahren zu übertragen und Innovationen anzustoßen und zu verbreiten.

6. Innovation und Mut zu Neuem

Eine Lokale Aktionsgruppe hat die Aufgabe, nach neuen Elementen, Ansätzen und Lösungen zu suchen, die zur Entwicklung ihrer Region beitragen.

7. Gebietsübergreifende und internationale Zusammenarbeit als Inspiration

Die Zusammenarbeit mit anderen Regionen erweist sich für lokale Aktionsgruppen oft als die beste Inspirationsquelle für Innovationen. Denn aus einem anderen Blickwinkel heraus lassen sich neue Möglichkeiten viel leichter entdecken. Dazu sollen gemeinsame Projekte mit anderen LEADER-Gruppen oder einer Gruppe, die in einer anderen Region, einem anderen Mitgliedstaat oder auch einem Drittstaat tätig ist, durchgeführt werden.